Die Fahrzeuge der
Deutschen Marine

Die Fahrzeuge der Deutschen Marine

 

Über 1.386 Milliarden km³ Wasser erstrecken sich über unsere Erde – viel Platz also, um den wichtigsten Handelsweg der Wirtschaft zu bilden. Auch für Deutschland ist die See ein wichtiger wirtschaftlicher Zweig.  70 % des deutschen Außenhandels und mehr als 90 % des weltweiten Handels werden über das Meer ausgeführt – Grund genug also, dass die Deutsche Marine permanent im Einsatz ist.

Auch wenn Piraterie, Terrorismus, Naturkatastrophen und Konflikte meist fernab der deutschen Küste passieren, wirkt sich das auf den Handel und die Wirtschaft in Deutschland aus. Die Deutsche Marine kommt zum Einsatz, wenn es um humanitäre Hilfe, Krisenbewältigung und auch Konfliktverhütung geht. Dabei nutzt die Marine verschiedene Fahrzeuge, die wir für euch mal genauer angeschaut haben.

 

 

Fregatten der Deutschen Marine

 

Die Fregatten der Deutschen Marine sind die kleinsten Kriegsschiffe, die selbstständig Operationen durchführen können. Dabei unterteilen sie sich in:

  • Fregatte „Baden-Württemberg“-Klasse
  • Fregatte „Sachsen“-Klasse
  • Fregatte „Brandenburg“-Klasse
  • Fregatte „Bremen“-Klasse

Insgesamt 4 Fregatten der Baden-Württemberg-Klasse (F125) sind für die Deutsche Marine unterwegs. Die Aufgaben der Fregatten Baden-Württemberg betreffen die Seeraumüberwachung sowie die Unterstützung des Heers und der Luftwaffe von der See aus. Sie kommen zu Terrorismusbekämpfung und zur Abwehr von beispielsweise Piraterie zum Einsatz. Die Schiffe sind mit leichten Handwaffen bis hin zu Geschütztürmen ausgestattet. Diese sind fast alle ferngesteuert bedienbar. Sie können bis zu 8 Jahren im Einsatzgebiet bleiben. Lediglich die Besatzung wechselt alle 4 Monate.

3 Fregatten der Sachsen-Klasse (F219) sind auf See unterwegs. Diese dienen als Mehrzweckfregatten und leisten durch einen eigenen Bordhubschreiber Geleitschutz und sichern Gebiete. Die Besatzung der Schiffe umfasst rund 225 Soldaten.

Wenn es um Uboot-Jagd auf See geht, kommen die Fregatten der Brandenburg-Klasse (F123) zum Einsatz. 4 Schiffe gehören der Klasse an. Auf ihnen können jeweils 2 Bordhubschrauber „Sea Lynx“ MK 88 landen, welche hauptsächlich die Aufgabe des Uboot-Jagens übernehmen. Darüber hinaus sind die Schiffe mit Radaranlagen zur See- und Luftraumbewachung sowie Sonargeräten und fernmeldetechnischer Ausrüstung ausgestattet.

Zuletzt gibt es noch die vielseitig einsetzbaren Fregatten der Bremen-Klasse (F122). Diese können sich über Wasser, unter Wasser und in der Luft durchsetzen. Hauptaufgabe der Fregatten ist jedoch die Uboot-Bekämpfung.  Auch sie werden dabei von den „Sea Lynx“ MK 88 Bordhubschrauber unterstützt. Daneben können sie aus weiter Entfernung andere Schiffe sowie anfliegende Flugzeuge bekämpfen. Sie werden für Operationen der NATO, EU und der Vereinigten Staaten eingesetzt. Die Besatzung der Fregatte „Bremen“-Klasse umfasst 219 Soldaten.

 

Fregatte Baden-Würtemberg
Die Fregatte Baden-Würtemberg während ihres Einsatzes ©Bundeswehr/Carsten Vennemann

Fregatte Schleswig-Holstein
Die Fregatte Schleswig-Holstein auf hoher See ©Bundeswehr/Jane Hannemann

Fregatte Lübeck
Die Fregatte Lübeck auf dem Weg zum Einsatz ©Bundeswehr/Andrea Bienert

Fregatte Hessen
Die Fregatte Hessen der Marine ©Bundeswehr/Thomas Beierlein

Fregatte Hamburg
Die Fregatte Hamburg im Einsatz ©Bundeswehr/PIZ Marine

Fregatte Baden-Würtemberg & Brandenburg
Die Fregatte Brandenburg und Schleswig-Holstein auf See © Bundeswehr/Carsten Vennemann

 

Korvetten der Deutschen Marine

 

Die Deutsche Marine ist im Besitz von 5 Korvetten der „Braunschweig“-Klasse (K130). Sie ergänzen die Fregatten auf See und sind für die Überwasserseekriegführung konzipiert worden. Für den weltweiten Einsatz gebaut, können sie Ziele an Land und auf See bekämpfen, vorwiegend an Randmeeren und Küstengewässern. Die Korvetten sind mit einem hochleistungsfähigen Radar ausgestattet, der zu jeder Zeit Bilder der aktuellen Lage der Umgebung aufzeigt. Die Besatzung der Korvetten umfasst 61 Soldaten. Sie können bis zu 7 Tage, ohne mit Nachschub versorgt zu werden, auf See bleiben.

 

Korvetten BS,OL, EF
Die Korvetten Braunschweig, Oldenburg und Erfurt der Deutschen Marine ©Bundeswehr/Björn Wilke

Korvette Erfurt
Vorne im Bild: Die Korvette Erfurt ©Bundeswehr/Sebastian WIlke

Korvette Magdeburg
Die Korvette Magdeburg auf hoher See ©Bundeswehr/PIZ Marine

Korvette Braunschweig
Die Korvette Braunschweig am Hafen ©Bundeswehr/Griebel

 

Luftwahrzeuge der Deutschen Marine

 

Aus der Luft agiert die Marine mit verschiedenen Flugzeugen und Hubschraubern

  • Ölaufklärungs-/Transportflugzeug Dornier DO 228
  • Bordhubschrauber „Sea Lynx“ MK 88
  • Hubschrauber „Sea King“ MK 41
  • Seefernaufklärer P-3C „Orion“

Die Propellermaschine Dornier DO 228 ist mit einer Kurzstart- und Kurzlandefähigkeit ausgestattet. Sie wird bei der Deutschen Marine für den Personen- und Materialtransport sowie für Mehrzweck- und Kurzstreckentransporte eingesetzt. Daneben ist sie zur Bekämpfung von Öl- und Umweltverschmutzung im Einsatz, da jährlich zahlreiche durch Öl verunreinigte Vögel und Seerobben an deutsche Strände gespült werden. Zwei DO 228 fliegen im Auftrag des Verkehrsministeriums und überwachen den Seeraum auf der Suche nach Meeresverschmutzungen. Dazu sind die DO228 mit Infrarot- und Ultraviolett-Sensoren, Fluoreszenz-Laser, Radar, Mikrowellenradiometer und Kameras ausgestattet und leiten Verschmutzungen direkt an das zuständige Kommando weiter.

Der Bordhubschrauber „Sea Lynx“ MK 88 wird für die Seenotrettung, den Transport und vor allem für die Uboot-Jagd eingesetzt. Letzteres bestimmt dadurch die Ausrüstung und Waffen des Hubschraubes. Der „Sea Lynx“ MK 88 ergänzt die Fregatten der deutschen Marine, welche größtenteils mit jeweils 2 „Sea Lynx“ ausgestattet sind. Mit seinem tiefenvariablen Sonar für die Ortung sowie zwei Torpedos unterstützt er die Fregatten im Kampf gegen gegnerische Uboote.

Der „Sea King“ MK 41 sucht primär nach verunglückten Flugzeugen und ist für die Rettung von Besatzungen und Passagieren verantwortlich. Auch die Suche und die Seenot-Rettung von Schiffen fällt in das Aufgabengebiet. Er unterstützt bei Personen-Evakuierungen oder setzt Spezialkräfte der Bundeswehr in Krisengebieten ab. Der „Sea Kings“ MK41 ergänzt die Flotten täglich bei SAR-Tätigkeiten (Search and Rescue = Such- und Rettungsdienst).

Geht es um die Uboot-Jagd, so kommen die Seefernaufklärer P-3C „Orion“ zum Einsatz, die speziell dafür konzipiert wurden. Die Vielzahl an Sensoren, die an den Fliegern angebracht sind, ermöglicht es, Objekte auf und unter Wasser zu entdecken und so einen großen Teil des Seeraums zu bewachen.  8 Maschinen stehen der Bundeswehr zur Verfügung, die auch bei Sonderaufgaben sowie SAR-Einsätzen genutzt werden.

 

Sea Lynx
Der Sea Lynx beim Start von der Fregatte Brandenburg. Zu den Seiten: Korvette Braunschweig und Korvette Oldenburg ©Bundeswehr/Björn Wilke

Sea Lynx beim Start
Der Bordhubschrauber Sea Lynx beim Abflug ©Bundeswehr/Carsten Vennemann

Ses Lynx auf Sachsen
Der Bordhubschrauer Sea Lynx auf der Fregatte Sachsen ©Bundeswehr/Jan Pahl

Sea King über Wasser
Der Sea King der Deutschen Marine ©Bundeswehr/Björn Wilke

Sea King über Meer
Er unterstützt die Marine-Schiffe über dem Meer: der Sea King ©Bundeswehr/

Sea Kings
Die Sea Kings der Marine im Flug über See ©Bundeswehr/Björn Wilke

 

Uboote der Deutschen Marine

 

Dem 1. Ubootgeschwader der Deutschen Marine stehen 6 Uboote zur Verfügung – die Uboot-Klasse 212 A. Mit ihrem Hybridantrieb sind die Uboote deutlich geräuscharmer als ihre Vorgänger, die sich mit Dieselmotoren fortbewegten. Auch die Wärmeabstrahlung ist geringer, wodurch die Ortung der Uboote erschwert wird.  Zu den Aufgaben der Uboote gehören die Unterwasser- und Überwasserzielbekämpfung. Sie können weltweit und aufgrund ihrer geringen Größe auch bei geringer Wassertiefe und in Küstenregionen eingesetzt werden.

 

Uboot 212 A
Ein Uboot der Klasse 212 A während seines Tauchgangs ©Bundeswehr/Björn Wilke

Uboot 212 A
Die Uboot der Klasse 212 A gehören zu den modernsten Ubooten der Deutschen Marine ©Bundeswehr/Schönbrodt

Uboot U32
Das Uboot U32 angelegt am Hafen gehört ebenfalls zur Klasse 212 A ©Bundeswehr/Jane Schmidt

 

Minenabwehrfahrzeuge der Deutschen Marine

 

Als Minenabwehrfahrzeuge kommen bei der Deutschen Marine die Hohlstablenkboote der Ensdorf-Klasse (352) zum Einsatz. Die Schiffskörper bestehen aus amagnetischen und schockabsorbierenden Materialien. So sind sie gegen Magnetminen geschützt und haben bessere Splitterschutzeigenschaften.

Zu den Hohlstablenkbooten gehören jeweils 3 bis 4 „Seehunde“. Dabei handelt es sich um kleine Boot, die bei der Suche und Zerstörung von Minen helfen. Sie agieren entfernt vom eigentlichen Boot und versuchen Minen auszulösen, indem sie Schiffsgeräusche und Schiffsmagnetfelder vortäuschen. Durch ihre robuste Bauweise kommen sie dabei auch in kurzer Entfernung zur Mine nicht zu Schaden. Besetzt sind die „Seehunde“ mit 2 Soldaten.

Neben der Ensdorf-Klasse gibt es noch die Minenjagd- und Tauchereinsatzboote „Frankenthal“-Klasse (MJ 332), welche für die Minenjagd, das Minenräumen und das Minentauchen verantwortlich sind. Zu ihnen gehören die Identifizierungs- und Minenbekämpfungsdrohnen „Seefuchs“, welche Objekte unter Wasser identifizieren und auch zerstören können. Dazu sind sie mit Nahbereichssonar und Videokameras ausgestattet. Des Weiteren werden sie in Zukunft mit der Fähigkeit ausgestattet, die „Seehunde“ aus der Ferne zu steuern.

Die Boote „Rottweil“ und „Bad Rappenau“ der Tauchereinsatzboote können Minentauchereinsatzgruppen einsetzen. Minentaucher können so an schwer zugänglichen Orten (bspw. Hafenanlagen und Strandabschnitte) Minen unschädlich machen.

 

Minenjagdboot Grömitz
Das Minenjagdboot Grömitz der Deutschen Marine ©Bundeswehr/PIZ Marine

Minentauchereinsatzboot
Ein Minentauchereinsatzboot der Deutschen Marine auf hoher See ©Bundeswehr/Ann-Kathrin Fischer

Minensuchboot
Ein Minensuchboot der Ensdorf-Klasse ©Bundeswehr/Andrea Bienert

Minenabwehrschiff Auerbach
Das Minenabwehrschiff Auerbach im Einsatz ©Bundeswehr/Fischer

Minenjagdboot
Das Minenjagdboot Passau wurde 2013 außer Dienst gestellt ©Bundeswehr/Lerdo

 

Hilfsschiffe der Deutschen Marine

 

Neben den Fregatten, Korvetten und Minenabwehrfahrzeuge hat die Marine darüber hinaus Hilfsschiffe, die während eines Einsatzes Unterstützung leisten:

 

  • Gorch Fock: Auf dem Segelschulschiff „Gorch Fock“, leistet jeder Marinesoldat einen Teil seines Dienstes. Seit 1958 ist das Segelschiff in Dienst gestellt.
  • Einsatzgruppenversorgung „Berlin“-Klasse: Versorgungsschiffe, welche Proviant, Munition, Verbrauchsgüter und Betriebsstoffe führen und so die verschiedenen Einheiten versorgen.
  • Tender „Elbe“-Klasse: Sie versorgen Boots- und Korvettengeschwader mit Kraftstoff, Lebensmitteln, Wasser, Ersatzteilen und Munition. Darüber hinaus verfügen die Tender über eine Sanitätsstation.
  • Flottendienstboot „Oste“-Klasse: Sie fungieren als Frühwarn-, Fernmelde- und Aufklärungseinheit und werden so zur strategischen Informationsgewinnung in Krisengebieten eingesetzt. Sie können bis zu 5.000 Seemeilen pro Einsatz zurücklegen.
  • Betriebsstofftransporter „Rhön“-Klasse: Sie Versorgen die diversen Flotten auf See mit ihren jeweiligen spezifischen Ausrüstungen. Meist waren diese Schiffe früher als Handelsschiffe unterwegs und können mit den verschiedenen Gütern der jeweiligen Flotten beladen werden.
  • Forschungsschiff „Alliance“-Klasse: Dieses Schiff ist im Auftrag der NATO unterwegs – Kapitän und Erster Offizier sind deutscher Nationalität. Das Schiff dient Forschungs- und Messzwecken.
  • Forschungsschiff „Planet“-Klasse: Das modernste Forschungsschiff der NATO (welches durch komplett unter Wasser liegende Schwimmkörper Auftrieb erzeugt) liegt sehr ruhig auf dem Wasser, wodurch auch bei starkem Wind und Seegang entspannt gearbeitet werden kann. Das Schiff erforscht überwiegend die Unterwassersensorik und -akustik.
  • Ölauffangschiff „Bottsand“-Klasse: Zwei Klappschiffe sind als Ölauffangschiffe für das Verkehrsministerium im Einsatz. Durch ihre Gelenkkonstruktion am Heck können sie ein Dreieck bilden, wodurch sich eine Ölauffangfläche von mehr als 650m² bildet.
  • Seelschlepper „Wangerooge“-Klasse: Sie bergen und schleppen Seefahrzeuge. Während Schießübungen schleppen sie Schießscheiben und bergen Übungstorpedos und -minen.
  • Bergungsschlepper „Fehmarn“-Klasse: Sie leisten Hilfe auf See und übernehmen daneben das Bergen und Schleppen von Seefahrzeugen. Auch zur Unterstützung bei Uboot-Einsätzen, als Übungsminenbergfahrzeug und Tauchereinsatzplattform kommen die Schiffe zum Einsatz.
  • Mehrzwecklandungsboot „Barbe“-Klasse: Dieses Boot sticht für Spezialaufgaben in See. Besonders der Transport von großen und sperrigen Gütern ist möglich. Auch das Mehrzwecklandungsboot dient als Plattform für die Taucherausbildung und führt Evakuierungsübungen durch.Fahre

 

Flottendienstboot Alster
Das Flottendienstboot Alster auf hoher See.©Bundeswehr/Björn Wilke

Gorch Fock
Das Segelschulschiff der Marinesoldaten: die Gorch Fock ©Bundeswehr/ Ricarda Schönbrodt

Tender Elbe
Der Tender Elbe hilft bei der Versorgung der Schiffe auf See ©Bundeswehr/Lerdo

Betriebsstofftransporter RHÖN
Der Betriebsstofftransporter RHÖN auf dem Wasser ©Bundeswehr/Ann-Kathrin Winges

Einsatzgruppenversorger Bonn
Der Einsatzgruppenversorger Bonn ©Bundeswehr/Tom Twardy

Einsatzgruppenversorger Berlin
Der Einsatzversorger Berlin der Marine ©Bundeswehr/Andrea Bienert

 

 

 

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