Die Standorte des Heeres
der Bundeswehr

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Mehr als 100 Dienststellen dienen als Standorte für das Heer der Bundeswehr. Als Landstreitkräfte und Träger von Landesoperationen ist das Heer mit mehr als 60.000 Soldanten im Frieden der größte Bereich der Teilstreitkräfte. Im Heer sind Kampftruppen, wie Infanterie, Artillerie und Panzertruppe, verwurzelt. So bieten sich viele verschiedene und abwechslungsreiche Berufe, unter anderem Gebirgsjäger, Fallschirmjäger, Logistikexperten oder Aufklärer.

 

Das Heer der Bundeswehr ist der größte Bereich der Teilstreitkräfte © huettenhoelscher / Getty Images International

Die Standorte des Kommando Heer

Die Führung über das Heer hat der Inspekteur des Heeres, welcher Befehlshaber im Kommando Heer ist. Das Kommando Heer gibt als zentraler Ansprechpartner heeresspezifische Informationen an das Bundesministerium der Verteidigung weiter. Darüber hinaus führt es unter anderem die Division Schnelle Kräfte in Stadtallendorf, die 1. Panzerdivision in Oldenburg und die 10. Panzerdivision in Veitshöchheim sowie das Amt für Heeresentwicklung in Leipzig und das Ausbildungskommando in Köln. Der Standort des Kommandos Heer ist die Hardenberg-Kaserne in Brandenburg.

 

Die Standorte der Infanterie

Die einzelnen Kampftruppen der Bundeswehr sind weit über Deutschland verteilt. Wer eine Ausbildung zum Gebirgsjäger, Jäger oder Fallschirmjäger anstrebt, also Teil der Infanterie werden möchte, startet nach seiner Grundausbildung im Ausbildungszentrum Infanterie in Hammelburg.

Die Jägertruppe bildet den Grundstab der Infanterie, von welchen sich Fallschirm- und Gebirgsjäger ableiten. Die Jägerbataillone haben ihre Sitze in Schwarzenborn, Rotenburg (Wümme), Illkirch-Graffenstaden(Frankreich), Donaueschingen und Torgelow.

Für die Laufbahn als Fallschirmjäger folgt nach der infanteristischen Ausbildung die Fallschirmsprungausbildung an der Luftlande- und Lufttransportschule in Altenstadt. Dieser Lehrgang dauert meist 3 ½ Wochen.  Die Fallschirmjäger sind aufgeteilt in das Fallschirmjägerregiment 26 in Zweibrücken und das Fallschirmjägerregiment 31 in Seedorf.

Gebirgsjäger kommen an den Ausbildungsstützpunkt Gebirgs- und Winterkampf in Mittenwald, um dort für besondere Einsätze geschult zu werden. Die Brigaden und Bataillone der Gebirgsjäger sitzen in Bad Reichenhall, Bischofswiesen-Strub und Mittenwald.

 

Die Standorte der Panzertruppe

Wer anstrebt, Teil des Truppengattungsverbunds Panzertruppen zu werden, kann entweder der Panzergrenadiertruppe oder Panzertruppe dienen. Der Großteil der Ausbildung erfolgt im Ausbildungszentrum Panzertruppe in Munster. Einzelne Lehrgänge werden ebenfalls im Infanteriezentrum in Hammelburg absolviert.  Die aktiven Panzerbataillone der Panzertruppe haben ihre Standorte in Pfreimd, Augustdorf, Bad Frankenhausen und Loheide. Die Panzergrenadierbataillone befinden sich in Neustadt am Rübernberge, Regen, Oberviechtach, Augustdorf, Marienberg, Hagenow, Viereck.

 

Die Standorte der Spezialkräfte

Letztlich gehören zu den Kampftruppen noch die Spezialkräfte – das Kommando Spezialkräfte (KSK). Zu ihren Aufgaben gehören Einsätze, die die herkömmlichen Aufgaben übersteigen. Das KSK ist in Calw in Baden-Württemberg stationiert. Die Ausbildung zur Spezialkraft umfasst mehrere Jahre und verschiedene Standorte, wie Pfullendorf, Hammelburg und Altenstadt.

 

Die Standorte der Artillerietruppe

Die Artillerietruppe unterstützt die Kampftruppen des Heeres aus weiter Entfernung und gehört somit zu den Kampfunterstützungstruppen. Hier liegt der Fokus auf dem Umgang mit großkalibrigeren Geschützen. Die Ausbildung erfolgt in der Artillerieschule in Idar-Oberstein (Rheinland-Pfalz). Die Artilleriebataillone verteilen sich auf folgende Orte: Weiden in der Oberpfalz, Stetten am kalten Markt, Munster und Idar-Oberstein.

 

Die Standorte der Heeresfliegertruppe

Die Heeresfliegertruppe unterstützt das Heer im Kampf via Hubschrauber von der Luft aus. Dazu ist die Grundvoraussetzung eine Ausbildung zum Hubschrauberpiloten. Die Ausbildungseinrichtung für die Heeresfliegertruppe ist das Internationale Hubschrauberausbildungszentrum in Bückeburg. Die aktiven Truppen dieser Truppengattung unterteilen sich in zwei Transporthubschrauberregimente in Faßberg und Niederstetten sowie einem Kampfhubschrauberregiment in Fritzlar.

Die Ausbildung zum Hubschrauberpiloten im Heer erfolgt in Bückeburg © huettenhoelscher / Getty Images International

Die Standorte der Pioniertruppe

Die Pioniertruppe sorgt dafür, dass in der eigenen Truppe die Bewegung unterstützt und die der Feinde gestört wird. Sie schaffen Einsatzvoraussetzungen und erhöhen die Überlebensfähigkeit, indem sie beispielsweise Hindernisse entfernen oder auch Brücken bauen. Die Ausbildung zum Pionier erfolgt im Ausbildungszentrum Pioniere in Ingolstadt. An der Logistikschule der Bundewehr in Garlstedt/Oldenburg i. H. finden Weiterbildungen in jeweilige Fachgebiete statt. Die Standorte der Pioniere unterscheiden sich je nach Truppe und Gebiet. Panzerpionierbataillone sind in Holzminden, Bogen, Minden, Gera und Havelberg stationiert. Das Gebirgspionierbataillon befindet sich in Ingolstadt. Daneben gibt es selbstständige Kompanien: Zwei Luftlandepionierkompanien in Saarlouis und Seedorf sowie eine Panzerpionierkompanie in Stetten am kalten Markt.

 

Die Standorte der Fernmeldetruppe

Die Truppe der Fernmelder gehört zu den Einsatz- und Führungsunterstützungstruppen und ist für die IT-gestützte Kommunikation und den Informationsfluss im Heer verantwortlich. Wer Teil der Fernmeldetruppe werden möchte, beginnt seine Ausbildung in der Führungsunterstützungsschule der Bundeswehr und der Fachschule der Bundeswehr für Informationstechnik in Feldafing. Ein Fernmeldebataillon ist in Prenzlau stationiert.  Die Fernmeldekompanie Kommando Spezialkräfte ist, wie das KSK, in Calw zu verorten.

 

Die Standorte der Heeresaufklärungstruppe

Die Heeresaufklärungstruppe ist für die Nachrichtengewinnung verantwortlich. So fassen sie Informationen über feindliche Kräfte und unbekanntes Gelände zusammen. Dazu stehen verschiedene Möglichkeiten bei der Art der Ausbildung zur Verfügung:

  • die Bodengebundene Aufklärung
  • die Luftgestützte Aufklärung
  • die Personenbezogene Aufklärung
  • die Technische Aufklärung

Generell erfolgen die jeweiligen Ausbildungen im Ausbildungsbereich Heeresaufklärungstruppe in Munster. Die Ausbildung der Luftgestützten Aufklärung findet jedoch an der Artillerieschule in Idar-Oberstein statt. Die Aufklärungsbataillone sind in Eutin, Ahlen, Freyung und Gotha ansässig. Das Aufklärungslehrbataillon in Lüneburg; das Gebirgsaufklärungsbataillon in Füssen. Die Truppenteile der Luftlandekompanien sind in Lebach und Seedorf.

Die Aufklärungstruppen des Bundeswehr-Heeres werden in verschiedenen Bereichen ausgebildet © guvendemir / Getty Images International

Die Standorte der Heereslogistiktruppen

Die Heereslogistiktruppen setzen sich aus Instandsetzungstruppe und Nachschubtruppe zusammen. Sie versorgen das Heer im Einsatz mit allerhand Gütern: Kraftstoff, Munition etc. Auf sie kommen wichtige Aufgaben während des gesamten Einsatzes zu. In der Logistikschule der Bundeswehr in Garlstedt werden die Logistikkräfte aus- und weitergebildet. Zu den Heereslogistiktruppen gehört auch das Tragtierwesen, welches in der Hochstaufen-Kaserne in Bad Reichenhall ausgebildet wird.  Die Versorgungsbataillone der Heereslogistiktruppen sind an folgenden Standorten: Roding, Unna, Bad Frankenhausen, Neustadt am Rübenberge und Hagenow. Das Gebirgsversorgungsbataillon in Füssen.

 

Die Standorte des Sanitätsdienst Heer

Der Sanitätsdienst Heer ist für die Gesundheit der Soldaten verantwortlich. Die Ausbildung erfolgt in der Sanitätsakademie der Bundeswehr in der Ernst-von-Bergmann-Kaserne in München sowie an zivilen Universitäten. Diejenigen, die unter anderem Fallschirmjäger und Spezialkräfte versorgen müssen (also zu Luftlandesanitätern ausgebildet werden) durchlaufen neben der Sanitäterausbildung auch noch die Ausbildung zum Fallschirmspringer an der Luftlande- Lufttransportschule in Altenstadt.

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