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Die Tarnmuster
der Bundeswehr

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Vor dem Feind unentdeckt zu bleiben, indem er einen nicht sieht: Die Nutzung von Tarnmustern ist für die Soldaten und Soldatinnen der Bundeswehr heutzutage völlig normal, denn schließlich macht es Sinn, möglichst lange unentdeckt zu bleiben. Trotzdem gibt es die Verwendung von Tarnmuster tatsächlich noch gar nicht so lange.

Der Anfang: Tarnmuster im Ersten Weltkrieg

Vor dem Ersten Weltkrieg wurden keine Tarnmuster verwendet – das Gegenteil war sogar der Fall: Auffällige Uniformen in den Farben und mit dem Wappen des jeweiligen Landes waren der Standard. Erst im ersten Weltkrieg haben die Briten und Franzosen angefangen, Tarnmuster als Schutz zu verwenden – Vorgaben, wie diese auszusehen hatten, gab es zu dieser Zeit noch nicht.
Die Briten verwendeten zu dieser Zeit häufig das „Dizzel Camouflage“ für ihre Schiffe, das als optische Täuschung dienen sollte. Der Feind konnte dadurch Art, Größe und Entfernung des Schiffes schlechter abschätzen.

Die Entwicklung der ersten deutschen Tarnmuster

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©-zlaki-/thinkstockphotos.de

Ab 1918  gab es in Deutschland die ersten Entwicklungen eines Tarnmusters. Der so genannte Buntfarbenanstrich, später auch Splittertarn genannt, wurde für Panzer, LWK-Planen und Ausrüstungsgegenstände wie Helme und Munitionskisten verwendet.
1929 führte das italienische Militär das Tarnmuster Telo Mimetico  ein, das allerdings erst fast 15 Jahre später auch von den italienischen Soldaten getragen wurde. Zwei Jahre vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurde auch ein Teil der Waffen SS mit dem italienischen Tarnmuster ausgestattet.
Ansonsten wurde von deutschen Soldaten vorschriftsmäßig das Platanenmuster getragen. Da es in den Kriegsjahren allerdings an allem mangelte, wurde häufig improvisiert und ein Tarnmuster mit den Materialien zusammengestellt, das man gerade zur Verfügung hatte.

Die Tarnmuster der Bundeswehr nach dem zweiten Weltkrieg

Die Uniformen der 1955 neu gegründeten Bundeswehr waren zunächst in einem leicht abgewandelten Splittertarn (Buntfarbanstrich) gehalten. Ab 1960 wurde das alte Tarnmuster überarbeitet: Der neue Farbton, ein gelbliches Olivgrün, ist eine Anpassung an das einfarbige Erscheinungsbild der NATO, der Deutschland 1955 beitrat. Einige Spezialeinheiten der Bundeswehr blieben bis in die 70er bei dem alten Muster.

Das Flecktarnmuster

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©Proriko/thinkstockphotos.de

1976 wurden fünf verschiedene Tarnmuster getestet. Die Wahl fiel auf das auch heute noch verwendete Flecktarn B (groß), das allerdings aus politischen und finanziellen Gründen vorerst ad acta gelegt wurde. Erst seit 1991 tragen die Soldaten der Bundeswehr den sogenannten Tarndruck, umgangssprachlich auch Flecktarn genannt. Da die Farben des „normalen“ Flecktarns natürlich nicht für jede Umgebung geeignet sind, verwendet die Bundeswehr außerdem noch das  Schneetarn und das Tropen- bzw. Wüstentarn. Das Muster des Flecktarns wurde beibehalten, allerdings ist das Wüstentarn in beige, braun und dunkelgrün gehalten.
Seit Februar 2016 gibt es außerdem einen neuen Schneetarnanzug, bei dem die grünen Flecken durch hell- und dunkelgraue ersetzt wurden. Er besteht außerdem nicht mehr aus Baumwolle, sondern aus dem gleichen Material, aus dem auch Snowboard-Anzüge gefertigt werden.

Das Digitaltarnmuster – Die Zukunft des Tarnmusters?

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©ivx267/thinkstockphotos.de

Seit Anfang des 21. Jahrhunderts werden mit Hilfe von computergestützten Programmen Digitaltarnmuster entwickelt. Es besteht aus vielen kleinen, farbigen Pixeln. Dadurch kommt es zu einer Mischung der Farben, die den Tarneffekt verstärken sollen. Diese werden bereits von der Kanadischen Armee, der chinesischen Volksbefreiungsarmee und den US Marine-Soldaten verwendet. Die Bundeswehr möchte aber bei ihrem „typischen Flecktarn bleiben“ und damit die deutsche Charakteristik wahren­.